Gib dem Gedankenkarussell keine Chance

Young female with dreadlocks sitting on the floor in one of yoga positions
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Das Leben ist nicht kontrollierbar und so treten plötzlich und ohne Ankündigung Ereignisse in dein Leben, mit denen du umgehen musst. Bislang ist dir das souverän gelungen, aber seit einiger Zeit ändert sich das.

Das kann folgende Ursachen haben: Vielleicht erfährst du gerade eine starke Belastung, weil viel zu tun ist und deine Tage äußerst stressig sind. Oder vor kurzem ist etwas passiert, was dich ein bisschen aus der Bahn geworfen hat. Das könnte vielleicht ein schlimmer Beinahe-Unfall gewesen sein oder du bist von deinem Chef ernsthaft gerügt worden. Es kann auch sein, dass ein in der Zukunft liegendes Ereignis dich jetzt schon beunruhigt oder gar ängstigt.

Nach einigen unruhigen Nächten, in denen du kaum geschlafen hast, lassen sich die Auswirkungen am nächsten Morgen deutlich in deinem Spiegelbild ablesen: Die Ringe unter deinen Augen sind tiefschwarz, deine Haut aschfahl und dein Mund zunehmend trocken. Der Kopf brummt und die Schultern sind verspannt.

Du malst dir ein Worst-Case-Szenario nach dem anderen aus und dein Körper kommt nicht mehr zur Ruhe.

Worst-Case-Szenario bringt das Kopfkino in Schwung

Eigentlich harmlose Begebenheiten reichen aus und dein Gehirn malt die Katastrophe in den grellsten Farben. Das Gedankenkarussell kommt in Schwung und nimmt Fahrt auf. Kleine Ereignisse führen dazu, dass du völlig in Panik gerätst und dich hemmungslos in irrationale Ängste hineinsteigerst. Folgende oder ähnliche Begebenheiten häufen sich in deinem Leben:

Dein Chef bittet dich für den kommenden Tag um 10 Uhr in sein Büro. Anstatt einfach abzuwarten, was er dir zu sagen hat, machst du dich völlig verrückt. Du schläfst in der Nacht davor kaum, hast die Zeit bis zum Treffpunkt einen dicken Klos im Hals und kannst nichts mehr essen. Du bist felsenfest überzeugt, dass eine Kündigung, mindestens aber eine Abmahnung auf dich wartet. In dem dann tatsächlich stattfindenden Gespräch bietet dir dein Chef ein neues Projekt an.

Kurz nach dem du den Vertrag für das neue Haus unterschrieben hast, überfällt dich jede  Nacht die Angst, dass du es nicht finanzieren halten kannst. Sicher gehst du davon aus, dass du zunächst deine Arbeit, dann dein Haus und am Ende das Dach über dem Kopf verlieren wirst. Du siehst dich in einem, spätestens zwei Jahren unter der Brücke schlafen. Von der Bank flattert nicht mal eine Mahnung ins Haus.

Dein jährlicher Krebstest steht an. Kurz nachdem du den Termin ausgemacht hast, kannst du an nichts anderes mehr denken. Da du dich in den letzten Wochen nicht gut gefühlt hast, permanent unter Magendruck und Völlegefühl leidest, gehst du davon aus, dass dir der Arzt die schlimmste aller Nachrichten mitteilen wird und du nicht mehr lange lebst. Die Laborwerte sind ohne Befund; du bist gesund.

Du stellst dir Szenarien vor, die natürlich passieren können, aber nicht sehr wahrscheinlich sind. Natürlich kann dein Flugzeug abstürzen, wahrscheinlich ist es aber nicht. Jedes Jahr gehen 36,5 Millionen Flieger in die Luft, davon stürzen laut Statistik vier ab. Wie wahrscheinlich ist es, dass du genau in einem dieser vier sitzt?

Das Problem im Gedankenkarussell ist ein anderes. Wir alle haben Angst. Wir fürchten uns davor, dass unseren Liebsten etwas passiert oder wir Opfer eines Anschlags werden. Zum Problem wird das ganze erst, wenn wir die Kontrolle verlieren und sich unser Kopf mit seinen Gedanken verselbstständigt. Die Ängste sind nicht berechtigt. Das Gehirn verrennt sich aber in die schlimmsten Szenarien. Obwohl wir keinen richtigen Anlass haben, befürchten wir, dass uns Böses ins Haus steht. Rationalen Argumenten sind wir nicht zugänglich. Du siehst nur noch die Gesichtspunkte, die direkt in die Katastrophe führen. Du denkst, dass der Chef in den letzten Wochen schon einige Male deine Arbeit beanstandet hat, dich noch nie sonderlich sympathisch fand, gerade den Kollegen / die Kollegin befördert hat und dich erst gestern von oben bis unten so komisch gemustert hat. Die Conclusio kann nicht anders lauten: Du wirst deine Kündigung erhalten.

Mit der Zeit findest du den Ausgang aus dem Karussell nicht mehr und das hat Folgen für deine Gesundheit.

Permanentes Gedankenkarussell schädigt die Gesundheit

Und zwar schon nach kurzer Zeit! Dabei ist es völlig egal, ob die Angst real berechtigt oder unberechtigt ist. Selbst wenn du die Angst nur in deinen Gedanken erlebst, laufen im Körper die gleichen stressbedingten Prozesse ab wie in einer realen Gefahrensituation.

Das bedeutet, der Blutdruck schnellt in die Höhe, dein Herz fängt an zu rasen, dir bricht der Schweiß aus, dein Mund wird trocken, deine Muskeln verspannen sich, du bekommst Kopfschmerzen. Begegnest du einer realen Gefahr sind das alles wichtige Faktoren, denn sie helfen dir, dich schnell aus der Gefahr zu lösen.

Für den Körper ist dieser stressbedingte Dauerzustand zu viel. Er wird krank. Dein Immunsystem wird zunehmend schwächer, deine chronische Übermüdung führt zu Schlafstörungen und hoher Bluthochdruck stellt sich ein. Chronische Kopf-und Rückenschmerzen, sowie dauerhafte Magenkrämpfe werden dich plagen.

Langfristig gesehen kann das zu ernsthaften Erkrankungen führen. An diesem Punkt musst du dir eingestehen, dass deine Ängste über Hand genommen haben und du etwas dagegen tun musst.

Sechs Strategien, die dir den Ausgang aus dem Gedankenkarussell zeigen

Ein einziger Tipp wird dir nicht ausreichen, um deine irrationalen Ängste in Schach zu halten. Du musst ein wenig ausprobieren und deinen eigenen Zugang finden. Zu Beginn wird dein Kopfkino zunächst nur pausieren und dann wieder anspringen. Mit der Zeit lernst du aber die folgenden Strategien rechtzeitig und besser anzuwenden:

  • Werde aktiv! Bleib nicht im Bett liegen und grübele die ganze Nacht. Steh besser auf und lies eine Zeitschrift oder schau einen Film. Du kannst auch die Garage aufräumen oder einen Kuchen backen.
  • Bring deine Ängste aufs Papier! Schreibe auf, was dich belastet und lege es in eine kleine Schatulle. Dann hast du das Gefühl, dass du einen Teil deiner Sorgen abgegeben hast. Außerdem befinden sie sich nun in einem Kästchen und können nicht raus.
  • Entspanne! Ein Körper, der sich im Dauerstress befindet, braucht dringend Pausen. Schaffe dir also Situationen, die dich in die Entspannung bringen: Vereinbare einen ausgiebigen Massagetermin, den du dir sonst nie gönnen würdest,  geh in den Yoga Kurs oder höre deine Lieblingsmusik.
  • Beweg dich an der frischen Luft! Versuche dabei, die Natur in allen Einzelheiten wahrzunehmen: Der blühende Jasmin riecht wundervoll, der Himmel ist azurblau, der Wind streichelt dir über die Haut. Diese positiven Empfindungen bringen dich in den Augenblick und du empfindest die Welt als schön und nicht bedrohlich.
  • Trickse dein Gehirn aus und konzentriere dich auf etwas Positives! Vielleicht beobachtest du dein Kind, wie es versonnen auf dem Boden mit seinen Bauklötzen spielt. Aller Wahrscheinlichkeit nach läuft dir dein Herz vor Liebe über und das ist gut so. Dein Gehirn ist nicht in der Lage in zwei Gefühlslagen gleich intensiv unterwegs zu sein. Also schieb die Angst mit der Liebe auf die Seite.
  • Zähle! Setz dich ruhig hin und zähle konsequent von 1000 rückwärts. Damit lenkst du dich ab und fokussierst dich. Es lenkt dein Gehirn ab und gibt Ruhe.

Wichtig ist, dass du versuchst, das Blatt mit positivem Denken oder Unternehmungen zu wenden. Wenn es dir gelingt der Angst ihre Bühne zu entziehen und das Positive in deinem Leben ins Rampenlicht zu rücken, dann laufen auch die Prozesse in deinem Körper wieder zu deinen Gunsten. Dein Gehirn kann zwar Amok laufen, aber du kannst die Werkzeuge erlernen, um es wieder zur Ruhe zu bringen.

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