Hochsensibel – Wo ist mein Platz im Leben?

Chair place on tropical beach for background.

Der heutige Tag hat dir endlich Gewissheit verschafft. Schön länger fühlst du dich sensibler als die anderen. Alles geht dir näher. Stresssituationen hältst du weniger gut aus. Wenn die anderen noch Lust auf Action haben, sehnst du dich nach deinem Sofa und den Kuschelsocken. Dein Spitzname lautet „Sensibelchen“ und häufig wirst du wegen deiner zarten Seite aufgezogen.

Endlich aber kannst du dich einordnen. Eine Freundin gab dir den Tipp, einen Test im Internet zu machen. So hast du herausgefunden, dass du es wirklich bist: Hochsensibel!! Nun erklärt sich einiges von selbst und du bist erleichtert.

Was aber bedeutet es nun hochsensibel zu sein? Wie gehst du damit um? Wie schützt du dich in deinem stressigen Job, verhinderst ein Burn Out? Und wie positionierst du dich in der Liebe? An dieser Stelle wollen wir versuchen, dir eine Antwort zu geben. 

Es liegt immer im Auge des Betrachters

Es kommt entscheidend darauf an, was du daraus machst. 

Hochsensibel zu sein ist eine Persönlichkeitseigenschaft von dir, wie jede andere auch. Bei dir ist sie aber sehr besonders ausgeprägt. Damit hat sie positive wie negative Seiten. Überlege im ersten Schritt, was gut daran ist, diese Veranlagung zu haben. An welche Situationen kannst du dich erinnern, in denen es dir geholfen hat, hochsensibel zu sein. Vielleicht konntest du den Kummer von jemand anderem erspüren und ihm auf diese Weise helfen. Oder du bist genau deswegen ein guter Zuhörer, weil dir ein großes Maß an Empathie in die Wiege gelegt wurde. 

Des Weiteren zeigt dir deine Disposition viel früher als Freunden oder Kollegen, wenn dein Stresslevel erreicht ist und du schützt dich deshalb viel eher. Überstunden sind in dieser Woche nicht mehr möglich oder eine Konferenz wird auf die nächste Woche gelegt. In der Beziehung machst du deinem Partner klar, dass du den Abend für dich brauchst, um dich ein wenig vom Alltag zu erholen. Deswegen brauchst du auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Es sind deine Bedürfnisse, die gestillt werden müssen. 

Mach keinen Elefanten draus…

Das soll bedeuten, du musst dir nicht gleich auf die Stirn schreiben, dass du hochsensibel bist. Es ist ein Persönlichkeitsmerkmal nicht mehr, aber auch nicht weniger. Andere posaunen auch nicht gleich in die Welt, dass sie cholerisch sind oder ein Helfer-Syndrom haben. Du bist gut so wie du bist. Deswegen musst du dich auch nicht dafür rechtfertigen, dass du extrem feinfühlig bist. 

Es interessiert beim Vorstellungsgespräch niemanden, ob du zartbesaitet bist. Eher ist es klüger im Vorfeld zu überlegen, ob die Rahmenbedingen gut für dich sind. So wäre ein Großraumbüro nicht die richtige Option und auch der Innen- dem Außendienst vorzuziehen.

Auch deinem neuen Partner musst du nicht beim ersten Date mitteilen, dass du hochsensibel bist. Aller Wahrscheinlichkeit nach würde es ihn nur verschrecken, weil er sich etwas Beunruhigendes drunter vorstellt. Aber für dein Erstes Date solltest du eine Situation wählen, die dir gut tut und dich eher an einem lauschigen Plätzchen und nicht in einem überfüllten Biergarten verabreden. 

…aber auch keine Mücke

Sollte es in der Situation angebracht sein, kommuniziere es mit deinem Gegenüber. Das dient nur dazu, dass er dich besser verstehen kann. Du könntest deiner Kollegin sagen, dass du noch eine Weile an dieser Sache weiterarbeiten musst, weil du es noch nicht fertig gedacht hast oder dass du in diesem Moment eine Pause benötigst, weil du schneller gestresst bist und ein wenig Erholung brauchst.

Auch in der Partnerschaft hilft Kommunikation. Gerade wenn man am Anfang einer Beziehung steht, weiß der andere noch nicht zu 100 Prozent, wie du tickst. Er kennt dich noch nicht so gut. Du kannst ihm helfen, indem du ihm erklärst, dass seine Reaktion vor ein paar Minuten für dich ein bisschen zu heftig war, weil du das besonders stark empfindest. Es hilft ihm zu wissen, dass du eine Weile länger brauchst, um das für dich zu verarbeiten und dass es danach aber auch wieder in Ordnung ist. 

Halte dich in einer Umgebung auf, die dir gut tut

Das betrifft deine dich umgebenden Menschen, aber auch die Umgebung. Natürlich ist das im beruflichen Teil deines Lebens schwieriger, als im privaten. Schließlich kann man sich seine Kollegen nicht immer aussuchen. Wählen kann man aber zwischen einzelnen Kollegen schon, wenn es um die gemeinsame Mittagspause geht. Vielleicht hat man diesem Tag aber auch schon zu viele Reize erfahren und fühlt sich in einem ruhigen Park wohler als in der überfüllten Kantine. Dann sollte man diesem Impuls nachgeben. 

Hat der geliebte Partner auf Dauer kein Verständnis dafür, dass man hin und wieder einen Abend alleine in der Badewanne braucht? Gibt es Zoff, weil man kurz vor dem geplanten Kinoabend doch einen Rückzieher macht? Dann wird man sich auf Dauer mit der Frage beschäftigen müssen, ob diese Paarbeziehung die richtige ist. 

Fazit

Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern eine Veranlagung. Deswegen muss man sie auch nicht an die große Glocke hängen. Bei Bedarf sollte man offen über seine momentane Situation kommunizieren, damit die anderen die Möglichkeit haben, Verständnis aufzubringen. Auf jeden Fall sollte man sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich einen achtsamen Umgang mit sich pflegen. So vermeidet man es, in eine Situation der Überstimulation zu geraten. Die sind schädlich und können, wenn sie zu häufig oder zu lange sind, zu einem Burn Out führen. 

Falls du einen Test verlinken willst, den fand ich ganz gut, muss aber nicht sein.

http://www.zartbesaitet.net/survey/site.php?a=su_onepage&su_id=1

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Gute Atmosphäre, Masseur erkennt jede Verspannung, sehr freundlicher Umgang

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